Ein Sommer voller Europa: Mein Jahr beim Europäischen Jugendforum Neumarkt

Es freut mich sehr, heute einmal einen kleinen Einblick in ein Herzensprojekt geben zu dürfen, das mich im vergangenen Jahr intensiv begleitet hat: das Europäische Jugendforum Neumarkt (EYFON).

Normalerweise berichte ich relativ wenig darüber, was ich beruflich und projektbezogen eigentlich mache. Umso schöner ist es, einmal innezuhalten und auf ein Jahr zurückzublicken, das für mich persönlich unglaublich intensiv, lehrreich und vor allem eines war: europäisch.

Im vergangenen Jahr durfte ich beim Europäischen Jugendforum Neumarkt als Projektleiter insgesamt 18 Projekte und Projektwochen betreuen. Fünf davon durfte ich selbst konzipieren und leiten. Das gemeinsame Ziel all dieser Projekte war für mich immer dasselbe: junge Menschen zusammenbringen, ihnen Europa erlebbar machen und einen Beitrag zu einer demokratischen und friedlichen Zukunft unseres Kontinents leisten.

Und wenn ich heute auf die vergangenen Monate zurückblicke, sind es gar nicht unbedingt die einzelnen Programmpunkte, die mir am stärksten im Kopf geblieben sind. Es sind die Menschen.

Über 600 junge Menschen, ein Sommer und ganz viel Europa

Insgesamt durften wir über 600 junge Menschen auf der Europaburg Neumarkt begrüßen.

600 Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichen Geschichten, Sprachen, Hintergründen und Perspektiven. Manche waren bereits viel in Europa unterwegs, andere waren zum ersten Mal überhaupt im Ausland.

Für einige war es sogar das erste Mal, dass sie ein anderes EU-Land besucht haben.

Und genau das macht für mich europäische Jugendbildung so wertvoll.

Denn Europa lernt man nicht nur aus Büchern, Präsentationen oder im Unterricht. Europa lernt man vor allem dann kennen, wenn plötzlich jemand neben einem sitzt, der aus einem anderen Land kommt, eine andere Sprache spricht und vielleicht völlig andere Erfahrungen gemacht hat.

Wenn aus einem Namen auf einer Teilnehmerliste plötzlich ein Freund oder eine Freundin wird.

Wenn man nach einer Woche nicht mehr nur weiß, wo Polen, Spanien, Deutschland oder die Ukraine auf der Landkarte liegen, sondern Menschen aus diesen Ländern kennt.

Und wenn aus einer Begegnung während eines Projekts anschließend echte Freundschaften entstehen.

Europa endet nicht am Ende der Projektwoche

Besonders schön finde ich die Geschichten, die nach den Projekten entstanden sind.

Teilnehmer, die sich während einer Woche kennengelernt haben und kurze Zeit später quer durch Europa gereist sind, um ihre neuen Freund wiederzusehen.

Menschen, die zum ersten Mal alleine ins Ausland gefahren sind.

Freundschaften, die über Ländergrenzen hinweg entstanden sind.

Und ja – auch die eine oder andere Dating-Geschichte war dabei. 😉

Genau solche Geschichten zeigen mir, dass der eigentliche Mehrwert eines Jugendprojekts oft erst entsteht, wenn die Projektwoche längst vorbei ist.

Die Burg ist dabei nur der Ausgangspunkt.

Begegnungen mit Menschen, die Europa gestalten

Ein weiterer Teil meiner Arbeit war es, spannende Persönlichkeiten für die Projekte zu gewinnen und junge Menschen direkt mit Menschen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzubringen.

Für meine eigenen Projektwochen durfte ich unter anderem mit folgenden Speaker und Persönlichkeiten arbeiten:

  • Orines Gashi, Chief of Staff, European Affairs Committee Assembly of Kosovo, Senator University of Prishtina
  • Bahtir Bahtiri, Lidhja Demokratike e Kosoves
  • Valon Murtezaj, Former Deputy Minister of Foreign Affairs of the Republic of Kosovo, Professor of International Negotiation and Conflict Management at IESEG School of Management, Paris, France
  • Dr. Habil. Olga Tsaryk, Director of the International Center for Culture and Development, Professor of the Department of Foreign Languages and Information and Communication Technologies, West Ukrainian National University
  • Dr. Natalia Rybina, Associate Professor, Department of foreign Languages, Information and Communication Technologies, West Ukrainian National University
  • Dr. Christoph Leitl, 2000 to 2018 President of the Austrian Federal Economic Chamber (WKO), 2018 to 2021 President of the European Chamber of Commerce Eurochambres, Since 2018 President of EYFON.
  • Nico Janis, President EYP Austria
  • Laurent Barthe, reserve non-commissioned officers within the 24th Infantry Regiment, Île-de-France Reserve Battalion
  • Grigory Volkov, reserve non-commissioned officers within the 24th Infantry Regiment, Île-de-France Reserve Battalion
  • Dr. Ally Zlatar, Artist, Activist, Scholar, Founder of the Starving Artist, Forbes 30 under §0, holder of the Pricess Diana Legacy Award
  • Jana Beller, Lecturer at the University of Bihac and Banja
  • Dr. Jörg Hofreiter, Honorary Consulate, Professor at the University of Bihac and Banja
  • Tina Obermoser, Head of the Europe Direct center Styria
  • Hanna Reiter, Europe Direct Youth Delegate
  • Dr Bogernsberger, former head of the European Commission Vienna
  • Mag. Christian Buchmann, CEO of EYFON, former president of the federal chamber
  • Felix Moore, International organiser of MEUs
  • Dr. Martin Kreim, Digital Education & Trainer (AI & Media Litiracy
  • Mag. Karl Hartleb, Head of the International center Styria
  • Laszlo Kovacs, Vice Rector for Education, Kodolayi Janos Universtity
  • Angelina Widmann, Social Entrepreneur
  • Katharina Reisenbauer, Austrian UN-Youth Delegate 2026
  • Lena Rauter, Former COP Youth-Delegate, Boardmember of IG-Wien
  • Enia Hoxha, Serves at the European Commission Presidents youth advisory board. 
  • Claus Hofer, Global Director Talent Managment MAGNA International
  • Jennifer Erber, Legal Advisor at the Anti-Discrimination office Styria
  • Caroline Kuba, Visual and world Artist, Social Media Managerin, Journalist, Graduate at the Universtity of Oxford
  • Ian Traussnig, International Organiser of MEU, Co-Chair of EUth
  • Florian Niederseer, Founder and Chairperson of Heublume

Von Botschafter und Politiker über Universitätsprofessor bis hin zu Führungskräften aus Unternehmen und Vertreter europäischer Institutionen – die Vielfalt der Perspektiven war dabei ein wesentlicher Bestandteil der Projekte.

Für mich persönlich ist genau dieser Austausch entscheidend. Junge Menschen sollen nicht nur über Europa sprechen, sondern die Möglichkeit bekommen, Fragen zu stellen, kritisch nachzuhaken und unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen

Demokratie braucht Begegnung

Wenn ich aus diesem Jahr eine Sache mitnehme, dann diese: Demokratie beginnt nicht erst an der Wahlurne.

Demokratie bedeutet auch, anderen zuzuhören. Unterschiedliche Meinungen auszuhalten. Andere Kulturen kennenzulernen. Gemeinsam Lösungen zu suchen. Und zu verstehen, dass Europa aus vielen unterschiedlichen Geschichten, Identitäten und Perspektiven besteht.

Deshalb sehe ich Jugendbegegnungen und europäische Jugendbildung als einen wichtigen Baustein für die Zukunft Europas.

Wir können jungen Menschen nicht garantieren, dass sie immer einer Meinung sein werden.

Aber wir können ihnen Räume geben, in denen sie lernen, miteinander zu diskutieren, voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

18 Projekte, über 600 junge Menschen und viele Geschichten

18 Projekte.
Über 600 junge Menschen.
Unzählige Gespräche.
Neue Freundschaften.
Neue Perspektiven.
Einige hitzige Diskussionen.
Sehr viel Kaffee.
Und wahrscheinlich ein bisschen zu wenig Schlaf. 😉

Für mich war dieses Jahr beim Europäischen Jugendforum Neumarkt deshalb weit mehr als nur Projektmanagement.

Es war die Möglichkeit, daran mitzuwirken, dass junge Menschen Europa nicht nur als politisches Konstrukt verstehen, sondern als etwas, das sie selbst erleben, gestalten und mit Leben füllen können.

Und wenn am Ende eines Projekts jemand zu mir sagt:
„Ich hätte nie gedacht, dass ich hier so viele Menschen aus anderen Ländern kennenlernen würde.“

…dann weiß ich wieder, warum ich diesen Job so gerne mache.

Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Jahr Teil davon sein durfte und gespannt, welche Geschichten aus den nächsten Projekten entstehen. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!

Europa wird nicht nur in Brüssel gemacht. Europa entsteht auch dort, wo junge Menschen zusammenkommen.

Und manchmal eben auch auf einer Burg in Neumarkt. 🇪🇺

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